Projektbeschreibung

Europa

In diesem Projekt werden eine Auswahl literarischer und kultureller Zeitschriften aus drei Ländern (Großbritannien, Frankreich, Deutschland) untersucht, um näher zu beleuchten, wie sie durch Translation Konzepte europäischer Identität nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Mitte der 60er Jahre erforschen und konstruieren. Basierend auf dem Konzept von Zeitschriften als “europäischen Räumen” analysiert das Projekt folgende Forschungsfrage: Wie nutzt die Zeitschriftenkultur in Großbritannien, Frankreich und Deutschland Translation, um eine neue Vision für Europa nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs zu entwickeln?

Übersetzung

Das Hauptaugenmerk des Projekts liegt auf der Praxis der Translation in den analysierten Zeitschriften: Welche Bedeutung haben Übersetzungen von Werken der Dichtung, Romanliteratur, Kritik, Sachliteratur in unserem Korpus dieser Zeit? Inwiefern fungieren übersetzte Texte als kreative Kräfte zum Aufbau neuer europäischer Identitäten? Erschafft das Überwinden von Sprachgrenzen Bündnisse über nationale Grenzen hinweg? Erleben wir dagegen bei einer Praxis von Nicht-Translation, dass nationale Sprachen und Identitäten sich durchsetzen? Arbeiten bilinguale Zeitschriften aus dieser Zeit daran, verschiedene nationale Literaturen zusammenzubringen, oder betonen sie eine fortbestehende Divergenz?

Politik

Ein rascher Wandel hin zur Dekolonialisierung, die Amerikanisierung der europäischen Kultur, ein zunehmender Anti-Militarismus sowie die durch den Kalten Krieg hervorgerufenen strategischen und ideologischen Konflikte führten zu einer neuen Auffassung dessen, wofür die europäische Idee stand und ob und wie sie verwirklicht werden könnte.